Das Weinjahr 2017

winterliches rebfeld im languedoc

Rückblick auf das Weinjahr 2017

Der Winter nach dem turbulenten Jahresendgeschäft lässt nur kurz Zeit zu Ausruhen, Urlaub und Rückschau. Alsbald kommt Ende Januar die erste wichtige Messe des Jahres, die Millésime Bio in Montpellier. Man trifft Winzerinnen  und Winzer aus ganz Europa, spricht über das vergangene Jahr 2017 und den neuen Jahrgang, der in Tanks und Fässern reift und darauf wartet, die Güte für eine Flaschenfüllung im Frühjahr, Sommer oder Herbst des neuen Jahres zu bekommen.

Die Geschichten und Nachrichten, welche in diesem Jahr ausgetauscht wurden, waren von zwei Themen beherrscht. Zum Einen der unerwartete und extreme Frost, der im letzten Drittel des April in Deutschland, Österreich, Frankreich bis hinunter nach Spanien zu teilweise verheerenden Schäden geführt hat. Mancher Betrieb hat tatsächlich die komplette Ernte 2017 verloren.

Was genau war passiert? Aufgrund eines milden Winters und einer anhaltenden Wärmeperiode im März waren die Reben in vielen Teilen Europas dem normalen Vegetationszyklus im April bereits Wochen voraus. Der Austrieb war weit fortgeschritten, als im letzten Drittel des Monats April eisige Kaltluft den Kontinent quasi überschwemmte. Es kamen frostige Nächte mit Temperaturen von minus 5 Grad und darunter. Und es gab nicht nur ein oder zwei frostige Nächte in Folge sondern derer 5, 6, 7 oder 8. Die Folge war, dass nicht nur der frische grüne Austrieb abfror. Die voll im Saft stehenden Rebstöcke froren ein und wurden durch das gefrierende Wasser von innen gesprengt und zerstört. In einigen Fällen waren die Schäden an den Rebstöcken, so schwerwiegend, dass radikal zurückgeschnitten werden musste. Das heißt, auch für die Ernte 2018 sind ernsthafte Einbußen zu erwarten.

Dass das eine wirtschaftliche Katastrophe und immense Herausforderung für die Betriebe ist, liegt auf der Hand. Tatsächlich berührend ist es dann, wenn die Traurigkeit anklingt darüber, von der Natur um den Lohn für die Arbeit eines ganzen Jahres gebracht worden zu sein.

Das zweite bestimmende Thema: Die große Trockenheit in Teilen Südfrankreichs und Spaniens. Auch wessen Rebstöcke nicht oder nicht so gravierend von den Aprilfrösten betroffen waren, bekam hier von der Natur eine besondere Aufgabe gestellt. Armelle, Winzerin in der Nähe von Béziers im Languedoc hat das so formuliert: „Wir haben dieses Jahr Wein gemacht – ohne einen Tropfen Regen vom Beginn des Jahres bis zur Ernte.“

Ausblick auf den Jahrgang 2007

Die Qualität der Weine aus 2017, die wir bisher probiert haben, ist vielversprechend. Allerdings müssen gerade die kleineren und die handwerklich arbeitenden Weingüter versuchen den Mengenausfall über Preiserhöhungen zumindest teilweise zu kompensieren. Diese Preiserhöhungen fallen in einigen Fällen ganz stattlich aus. An der Loire sind 20 Prozent keine Seltenheit. In der Toskana können es auch schon mal 30 Prozent Preissteigerung gegenüber dem Vorjahr sein.

Insgesamt ist 2017 also ein mengenmäßig kleiner Jahrgang mit leider einigen Totalausfällen. Doch das, was es zu probieren gab, präsentierte sich zum größten Teil mit guter Qualität. Oft war der Satz zu hören: Wir haben nur sehr wenig Wein. Aber der ist richtig gut geworden.

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