Weingut Hahnmühle in Mannweiler-Cölln im Alsenztal (Nahe)

Im Jahre 1986 haben Peter und Martina Linxweiler das Weingut Hahnmühle in Mannweiler-Cölln im  Alsenztal übernommen. Von Anfang an setzte das Ehepaaar Linxweiler auf Qualität, Handarbeit und ökologischen Anbau (Naturland).  Die Weine bleiben lange auf der Hefe, Schönung gibt’s nicht. Und man sollte den Weinen vom Weingut Hahnmühle immer etwas Zeit geben, sich zu entwickeln.  Nicht ohne Grund findet die Verkostung der Weine des neuen Jahrgangs auf dem Weingut Hahnmühle nicht vor Anfang Juni statt.  Der größte Teil der etwa 14 Hektar Rebflächen ist mit Riesling bepflanzt. Entsprechend vielfältig ist die Reihe der Rieslinge auf der Weinkarte der Hahnmühle.  Ob Feinschmecker, Gault Millau, Eichelmann oder Stuart Piggott – einhellig ist das Lob der Weinkritik für die schlanken, geschliffenen, mineralischen und frischen Weine der Hahnmühle. Alles Attribute deutscher Weine, welche in den Zeiten des Klimawandels in vielen Lagen, wo die Weine immer voluminöser und alkoholreicher werden, immer schwerer zu erfüllen sind.

Peter Linxweiler hat dies im Gespräch mir gegenüber ungefähr folgendermaßen formuliert: Das Weingut Hahnmühle sei ein Gewinner des Klimawandels. Während es früher oft schwierig war, das Mindestmostgewicht zu erreichen, sei dies mittlerweile kein Problem mehr. Und dies eben ohne dass die Weine wg.  der allgemeinen Erwärmung zu fett oder alkoholisch wurden und ihren eleganten Charakter verlören.

Die Rieslinge vom Weingut Hahnmühle sind in ihrer Art tatsächlich zum Verlieben.  Drei unterschiedliche Rieslinge haben den Weg in das Lenau-Sortiment gefunden:  Trocken ausgebaut sind der Riesling „ALTER WINGERT“ sowie der Riesling „ALISENCIA“. Die Bestockung im alten Wingert mit 40-jährigen Reben liefert einen Wein, der ohne Umwege zur Sache kommt: Schiefernase, rassige Säure, Mineralität, klare, kompakte Frucht.  ALISENCIA ist ein Riesling vom Tonschiefer wie aus dem Bilderbuch: Der Wein zeigt viel Feinheit und Komplexität, überragende Mineralität schon jetzt, im Jahr nach der Ernte und wird sich in den kommenden Jahren zu einem Monument an Eleganz und Finesse entwickeln.

Erfrischende Säure, dezente Süße und eine ausgeprägte Frucht zeichnen den Riesling FEINHERB aus: ein süffiges Vergnügen, bei dem das Glas immer viel zu schnell wieder leer ist.

Neben den Rieslingen hat die Hahnmühle jedoch noch weitere wunderbare  Weine zu bieten.  Der „Cöllner Rosenberg“ Riesling+Traminer trocken ist aus dem Mischsatz von Riesling und Traminertrauben gekeltert. Die rassige Mineralität der Rieslingtraube und die duftige Aromatik  des Traminer vermählen sich bei diesem Wein auf harmonische Weise. Hier wirkt nichts aufgesetzt oder gewollt.

Warum hat es der Silvaner so schwer in den letzten Jahren? Noch bis in die siebziger Jahre war Silvaner nach dem Riesling die meistangebaute Rebe in Deutschland. Danach nahm die Bedeutung stetig ab. Liegt es daran, daß viele Silvanerweine von Lehmböden eher ausdruckslos und beliebig erscheinen?

Am Blauen Silvaner von der Hahnmühle kann es keinesfalls liegen. Er ist ein Vertreter seiner Gattung, der Weinliebhaber zum Silvaner bekehren kann. Toller Duft, im Mund mit einer dichten Frucht und schönen Mineralität ausgestattet, mit einer schönen Länge und – typisch Hahnmühle – Potential für das nächste Jahr und das übernächste Jahr.