Ist der Ruf erst ruiniert …

Chardonnay – was musste diese Rebsorte nicht alles an Häme über sich ergehen lassen! Zwei Highlights möchten wir kurz zitieren: „ABC“ war eine Zeit lang unter Weinliebhabern als Abkürzung bekannt und beliebt, um die ganze Verachtung für Chardonnay auszudrücken. Es stand für „Anything but Chardonnay“. Die andere Unverschämtheit: In englischsprachigen Ländern war „Chablis“, der Herkunftsort ganz besonderer und hervorragender Chardonnay-Weine, viele Jahre die verallgemeinernde Bezeichnung für alle Arten leidlich trockener Weißweine.

Wie konnte das passieren?

Chardonnay war trendy und cool. Und Chablis war etwas ganz Besonderes. Alle wollten es haben. Und weil es alle haben wollten in den Achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts, wollten auch ganz viele Weinbauern und Kellereien rund um den Globus Geld damit verdienen. Das heißt, es wurde Chardonnay angebaut und vermarktet und das in immer größeren Mengen. So wurde die Rebsorte innerhalb von nur 20 Jahren die meistangebaute in Kalifornien. Die mit Chardonnay bestockte Fläche war dort 2005 mit 40000 Hektar größer als in Frankreich. In Australien? Ein ganz ähnliches Bild.

Denn zwei Stärken des Chardonnay machten es den Kellereien leicht, mit der Rebsorte so viel preiswerten Wein zu erzeugen. Sie gedeiht unter sehr unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und kann dabei viel Ertrag bringen. Aber ab 80 hl / Hektar wird es schwierig mit der Qualität der resultierenden Weine. Jetzt kommt die zweite Stärke des Chardonnay ins Spiel. Vornehm ausgedrückt kann man es so formulieren: Chardonnay besitzt eine „große Gestaltungsfähigkeit“ durch Kellertechniken. So war (und ist) es möglich, Weine konstanten Geschmacks Jahr für Jahr zu niedrigen Preisen auf dem Weltmarkt zu platzieren.

Die Qualität? Eher zweifelhaft. Und huiii, eh man sich’s versah, waren Chardonnay und Chablis zu Synonymen geworden für gesichts- und charakterlose, industriell hergestellte Massenweine für den Supermarkt. Die hatten mit Chablis nix zu tun. Und mit Chardonnay hatten die auch nix zu tun, zumindest nicht über den Namen der Rebsorte hinaus.

Unter diesen kommerziellen Entgleisungen leidet das Image des Chardonnay bis heute. Denn die Konsumenten sind ja nicht blöd. Sie lernten sehr schnell, dass man von einer Flasche Wein, auf der „Chardonnay“ geschrieben steht, nicht viel mehr erwarten konnte als einen trinkbaren Weißwein zum günstigen Preis.

Gute Gründe für ein Comeback

Chardonnay ist eine edle Rebsorte und gehört zu den Burgundersorten. Sie ist also verwandt mit Grau-, Weiß-, Spätburgunder und Auxerrois. Sie stammt ursprünglich aus Ostfrankreich und wurde nach einem Städtchen in Burgund benannt.

Schaut man sich genauer an, wie Chardonnay in seiner Heimat kultiviert wird, dann wird sofort klar, was den Charme und die Klasse von Weinen aus dieser Rebsorte ausmacht: Es ist die geschmackliche Vielfalt, die bei handwerklicher Weinbereitung je nach Boden und Kleinklima ausdrucksstarke Weine mit jeweils typischer, eigener aromatischer Persönlichkeit hervorbringt.

Neben der Regionalität ist natürlich der Verzicht auf kellertechnischen Schnickschnack und Eichenholzspäne ganz wichtig für das Gelingen eines guten Chardonnay. Und, nicht zu vergessen, der Klon entscheidet. Die  burgundischen Klone der Chardonnay bringen maximal Erträge von 30 hl / Hektar – meistens darunter.

Machen Sie mit uns am Verkostungstisch eine Reise ins Burgund, nach Chablis und Meursault und zu tollen Chardonnay-Orten in Deutschland!

Wir freuen uns auf Sie bei „echtem Chablis“ aus Chablis und „richtigem“ Chardonnay.

Kostenbeitrag: € 12,- pro Person.

Offene Weinprobe

  • Reservierung

    Diese Weinprobe ist ausgebucht. Wir können daher keine Anmeldung mehr entgegen nehmen.

    Der Kostenbeitrag beträgt € 12,- pro Person.

  • Freitag, 18. Mai 2018

  • Beginn: 19:30 Uhr

  • Ort

    Lenau Weinhandlung, Glauburgstraße 83A, 60318 Frankfurt
    U5: Station Glauburgstraße

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Öffnungszeiten & Kontakt

Lenau Weinhandlung
Glauburgstraße 83A, 60318 Frankfurt

Öffnungszeiten
Di – Fr 15 – 19 h
Sa 10 – 16 h

Sommer-Öffnungszeiten
vom 10.7. bis 28.7.2018
Fr 11 – 19 h, Sa 11 – 17 h

Tel +49 69 26 92 33 48
mailto: info @ lenau-wein . de

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